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25.02.2015

47 Expertentipps zur Burnoutprävention


Burnoutprävention – Expertentipp 1

Soft Skills helfen gegen den Stress

Der Aufbau von fachlichen Kompetenzen hilft gegen Stress und Überbelastung, weil man seltener das Gefühl hat etwas nicht schaffen zu können. Deshalb: Investieren Sie in Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und trainieren Sie regelmäßig wichtige Schlüsselqualifikationen.

Neben den direkten Belastungen am Arbeitsplatz wirken der soziale Kontext und die Organisationsbedingungen ebenfalls auf die Führungskraft ein, zum Beispiel der internationale Wettbewerb und das Führungsverhalten der Topmanager, die Führungskräften vorgesetzt sind. Auch die gesellschaftlichen Belastungen und ggf. Arbeitsplatzunsicherheit können Burnout bei Führungskräften fördern. Technische und organisatorische Veränderungen können zum Belastungsfaktor für Führungskräfte werden, wie zum Beispiel

  • neue Formen von unsicheren Arbeitsverträgen,
  • demographische Entwicklung,
  • veränderte Lebensarbeitszeiten,
  • höhere Anforderungen an Leistungserbringung in Dynamik und Flexibilität,
  • Wettbewerbsintensivierung in der Globalisierung,
  • erhöhte Anforderungen an die berufliche Mobilität und lange Arbeitszeiten mit erhöhter und ausgeweiterter Erreichbarkeit,
  • Informationsflut,
  • zahlreiche Unterbrechungen während der beruflichen Tagesarbeit,
  • hohe Anforderungen an Tempo und Arbeitseinsatz,
  • hohe Anforderungen an die emotionale Kompetenz und Konfliktfähigkeit,
  • schwierige Vereinbarkeit von beruflicher Tätigkeit und erfüllendem Privatleben aufgrund von Arbeitszeitausweitung und Belastung sowie
  • Verringerung der sozialen Zugehörigkeit und Verbundenheit.

In dieser herausfordernden Situation für Führungskräfte wird es immer wichtiger, dass Führungskräfte ihre persönlichen Kompetenzen ausbauen und nutzen, um einer massiven, dauerhaften Belastung gewachsen zu sein und kein Burnout zu erleiden. Burnout tritt vor allem dann auf, wenn der sogenannte Person-Environment-Fit – also die Passung zwischen Führungskraft, ihren Führungsaufgaben und ihren Ressourcen, in einem bestimmten Arbeitsumfeld erfolgreich tätig zu sein – für die einzelne Führungskraft nicht passt. Dann steigt die Gefahr, Burnout zu erleiden, erfahrungsgemäß deutlich an.

Eine wichtige wissenschaftliche Erkenntnis ist, dass Stress nie objektiv von außen ausgelöst wird, sondern erst durch die Wahrnehmung eines Menschen zu Stress wird. Stress muss für den Organismus auch nicht negativ sein. Stress ist grundsätzlich lediglich eine Aktivierungsreaktion des gesamten Organismus, um mit einer Bereitstellung von verschiedenen Kompetenzen auf eine besondere, herausfordernde Situation (Stressor) zu reagieren und somit eine gute Antwort auf eine besondere Herausforderung für den Organismus zu finden.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 2

Sozialer Zusammenhalt im Job

Wer das Gefühl von Zugehörigkeit und Zusammenhalt hat, ist weniger anfällig für Burnout. Deshalb: pflegen Sie Freundschaften und familiären Zusammenhalt, wo er mehr Kraft gibt als raubt.

Die Stressforschung zeigt, dass hohe Erwartungen und Herausforderungen von Mitarbeitern und Führungskräften besser bewältigt werden, wenn sie ein Gefühl des Zusammenhalts haben. Das bedeutet: In herausfordernden Situationen glauben sie daran, dass sie Unterstützung finden werden, zum Beispiel bei Mitarbeitern, Kollegen oder Vorgesetzten. Gerade in einer Zeit, in der soziale Bindungen in der Familie und im sonstigen privaten sozialen Umfeld fragiler werden bzw. Erwartungen steigen und entsprechend Enttäuschungen von Einzelpersonen größer werden, kommt dem Zusammenhalt on the job eine besonders große Bedeutung zu. Wer nur über geringen sozialen Rückhalt im Privatbereich verfügt, der ist – in Abhängigkeit seiner individuellen Dispositionen, zum Beispiel bezüglich Resilienz – vulnerabler und eher anfällig Erschöpfung zu erleiden als ein Mitarbeiter, der seine Belastung und Erschöpfung so begrenzt, dass er noch ausreichend Energie für sein soziales Privatleben zur Verfügung hat und dort auch wieder energetisch auftanken kann, zum Beispiel durch die Wertschätzung und Anerkennung im Freundeskreis oder in der Familie. Eine Gemeinschaft, die zusammenhält sowie ein vertrauensvolles Teamklima, beugt massiv Burnout vor und fördert Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 3

Mentales Stressmanagement – Danke sagen

Dankbarkeit stärkt die eigene Zufriedenheit und somit auch die Leistungsbereitschaft und die Leistungsfähigkeit. Dankbarkeit hat nur positive Auswirkungen. Deshalb: abends den Tag Revue passieren lassen und für die guten Erlebnisse bedanken.

Mentales Stressmanagement ist eine notwendige Kompetenz für Führungskräfte, um bei herausfordernden persönlichen Stresssituationen die Selbststeuerung zu behalten und mit Resilienz zu reagieren.

Hierzu ein Fallbeispiel: Zunächst fasst Christoph die Entscheidung (mental) eine Dankbarkeitsübung zu machen. In einem Seminar hatte er erlebt, wie positiv diese ungewohnte Übung sich anfühlen (emotional) und wirken kann. Nach der Entscheidung sorgt er organisatorisch (organisational) für den passenden Rahmen. Jeden Abend beim Schlafengehen denkt er darüber nach, was an diesem Tag gut war und wofür er dankbar sein möchte. Er berichtet, dass es ihm sowohl körperlich als auch emotional gut tut, in dieser entspannten Situation den Tag zu beschließen. Eine ganzheitliche Dankbarkeitsübung kann so ablaufen, dass man sich zuerst mental erinnernd für etwas bedankt (z. B. für Gesundheit), dies kann auch mantra-ähnlich erfolgen, indem man einfach immer wieder vor sich hinsagt: „Ich bin dankbar für meine Gesundheit.“ Wenn dies routinemäßig erfolgt, kann man dazu übergehen, seinen Körper zu spüren und emotional zu fühlen, am besten von den Fußsohlen bis hoch zu den Schultern im eigenen Tempo. Möglichst so, dass sich mit der Zeit ein Gefühl von Frieden, Zufriedenheit und dankbares In-sich-Gekehrt-Sein entsteht, aber ohne Leistungsdruck. Wenn es einmal nicht klappt, dann ist es einfach an diesem Tag so. Das Ganze ist gut zu organisieren, sodass möglichst wenige Störungen von außen und innen erfolgen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 4

Mentales Stressmanagement – nach vorne blicken

Wer Widerstandsfähigkeit in schwierigen Lebenslagen aufbauen möchte, konzentriert sich am besten auf das was gelungen ist und lernt aus dem was schief lief. Grübeln Sie nicht über Vergangenes, es ist vorbei. Lernen Sie, wenn möglich, etwas daraus und schauen Sie nach vorne in Ihre Zukunft.

Die bewusste positive Verstärkung von Gefühlen ist ein wichtiger Baustein zur erfolgreichen Burnoutprävention durch emotionales Aufleuchten. Das heißt konkret: Erfolge ausgiebig genießen und mehr beachten als Misserfolge. Sich nicht emotional fertigmachen, sondern bei Niederlagen analysieren, woran es lag, und dann mit einem emotional positiven Ausblick in die Zukunft gehen. Bei vielen erschöpften Klienten ist es so, dass sie emotional noch an etwas Vergangenem festhalten und sich damit beschäftigen. Da wir die Vergangenheit und die Wunschvorstellungen, die sich auf die Vergangenheit beziehen, nicht beeinflussen können, ist dies für unseren emotionalen Zustand immer ein Spiel, das uns viel Kraft kostet und das keinerlei Gewinn bringt. Deshalb ist es wichtig, von den Gedanken und auch von dem emotionalen Wunsch her, die Vergangenheit sowie die damit verbundenen Wunschvorstellungen loszulassen. Viel wichtiger ist es, die eigenen Wunschvorstellungen neu zu formulieren, Bilder damit zu verbinden, die in der Zukunft liegen, und dann einen Plan zu schmieden, wie wir unsere Wünsche und Bedürfnisse in der Zukunft erfüllen können.

Beispiel:
Eine Führungskraft berichtete, dass sie nach über einem Jahr intensiver Trauer nun verstanden habe, dass die „schöne Zeit mit ihrem Exmann nie mehr zurückkommt“. In dem zurückliegenden Geschäftsjahr war die Führungskraft nach eigenen Angaben „stark angeschlagen“. Sie hatte immer wieder über Erschöpfungszustände berichtet und massiven Ärger im Unternehmen bekommen, weil sie nicht mehr so leistungsfähig war, wie es ihre berufliche Umgebung gewohnt war. Nun kann die Führungskraft reflektieren, dass die Trennung doch viel mehr emotionale Belastung bewirkt hatte, als sie sich selbst von Vernunftwegen her eingestehen wollte. „Ich dachte mir, dass ich ja schon seit Jahren über die Trennung nachgedacht hatte und dass deshalb dieser Schritt, der ja auch von mir ausging, nicht solche schwerwiegenden Auswirkungen auf mich hätte. Nun habe ich nach über einem Jahr der tatsächlichen Trennung mit meinem Herzen verstanden, dass ich loslassen sollte, und mir ist vom Gefühl her klargeworden, dass die schöne Zeit, die ich mit meinem Exmann hatte, nie mehr wiederkommen wird. Selbst wenn ich eines Tages wieder mit ihm zusammenleben sollte, dann wird diese Zeit, diese schöne Zeit, die wir einmal hatten, nie mehr wieder stattfinden. Seit ich mich von diesem Wunsch, die alte Zeit wiederzubekommen, verabschiedet habe, geht es mir viel besser. Und ich spüre, wie ich wesentlich gelassener werde.“

 

Burnoutprävention – Expertentipp 5

Mentales Stressmanagement – in die Zukunft investieren

Investieren Sie jetzt in eine Zukunft, die Ihnen Spaß macht und Zufriedenheit bringt. Wie sieht diese persönliche Wunsch-Zukunft aus? Und was können Sie jetzt dafür tun, damit Sie Wirklichkeit wird?

Spätestens seit unserer Geburt reagieren wir auf Reize aus der Außen- und Innenwelt mit Gefühlen. Es bahnen sich emotionale Reiz-Reaktions-Verläufe in unser Gehirn, die sich stabilisieren, aber auch nach vielen Jahren in ihrer Prägung wieder verändert werden können. Nachweislich sind Gefühle nicht genetisch bedingt und unveränderbar, sondern sie werden tagtäglich von Menschen produziert. Übernimmt man die Verantwortung für die persönliche Gefühlsproduktion und nimmt sich die Freiheit, die eigene emotionale Reaktion selbst zu bestimmen, dann kann man auf Situationen anders reagieren, in denen man sich zuvor geärgert hatte. Ein Beispiel wäre, indem man sich auf die eigenen positiven Ziele konzentriert und sich emotional mit diesen verbindet (im oben beschriebenen Fall: die baldige Scheidung mit einer guten materiellen Versorgung und mit der dauerhaften Trennung auf allen Ebenen), sodass einzig und allein die Frage entsteht: Wie gehe ich im Hinblick auf meine persönlichen Ziele mit dieser gegebenen Situation um? Und dann würde auch der Klientin klar werden: „Ich werde auf den falsch adressierten Brief gar nicht reagieren. Der hat mit meinen Zukunftszielen nichts zu tun. Ich kümmere mich um meine neue Wohnung. Das zählt.“ Somit steigt man aus der leidenden Opferhaltung aus und wird zum Verantwortung übernehmenden Täter seines Lebens. Zur visuellen Unterstützung kann man sich in solchen Fällen vorstellen, zwischen sich und dem potenziell negativ verursachenden Reiz eine massive Milchglasscheibe hochzuziehen. Als sprachliches Mantra kann weiterhin helfen: „Ich bin verantwortlich für alle meine Gefühle. Ich entscheide, welche ich beachte und verstärke.“ Wenn Sie also selbst zu einem Vorbild für hohen Einsatz und großes Engagement werden, zeigen Sie Ihren Mitarbeitern ein inspirierendes Bild der Zukunft auf, das individuell unterstützend wirken kann und zum Mitdenken anregen wird.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 6

Das richtige Zeitmanagement

Organisieren Sie Ihren Tag nach Ihren Prioritäten. Beginnen Sie im Büro nicht mit dem Lesen von Emails und versuchen Sie nicht zuerst die vielen “Kleinigkeiten” in den Griff zu bekommen, weil sonst wieder zu wenig Zeit für das wirklich Wichtige übrig ist und unnötiger Stress entsteht.

Für eine erfolgreiche Burnoutprävention empfiehlt es sich, die eigene Zeit im Sinn von professioneller Zeitplanung (ausreichend Pufferzeiten, Bündelung von ähnlichen Aktivitäten, erfolgreiche Delegation etc.) gut zu planen und zudem die richtigen Prioritäten zu setzen. Wer dem Thema Bewegung, Freunde treffen, Zeit für sich selbst und Entspannung immer nur Nachrang gewährt, sodass diese Vorhaben aufgrund des Vorrangs beruflicher Angelegenheiten regelmäßig nicht stattfinden, der wird gesundheitserhaltend bzw. erschöpfungsvorbeugend kaum vorankommen. Stattdessen kann er heftige psychosomatische Symptome erwarten, die dann aber möglicherweise den konsequenteren Umbau seines Zeitplanes in Zielrichtung eigene Gesundheit und Freude am Leben vorantreiben. Führungskräfte, die regelmäßig Arbeit aus dem Büro am Wochenende mit nach Hause nehmen „müssen“ wirken zunehmend bedrückt, da sie einen Konflikt mit der Familie erwarten. Ich empfehle in diesen Situationen: Treffen Sie eine Entscheidung. Wenn Sie zuhause arbeiten möchten, dann klären Sie das so bald wie möglich mit der Familie bzw. Ihrem Partner und legen Sie eine realistische Zeitspanne und eine Uhrzeit fest. So bedrückt Sie die noch zu erledigende Arbeit schließlich weniger, als wenn Sie diese vor sich herschieben und im Hinterkopf haben. Wichtig dabei ist: sich einen Tag in der Woche komplett freizuhalten, an dem keinerlei Büroarbeiten zuhause getätigt werden, um von der Geschäftigkeit Abstand zu gewinnen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 7

Gesunde Lebensführung entdecken

Lebensfreude, Leistungsfreude und Arbeitsfreude entwickeln gewöhnlich nur diejenigen, die mit Ihrer Lebensführung im reinen sind und gut für die eigenen Bedürfnisse sorgen. Wer sollte Sie daran hindern, wenn Sie das wirklich wollen?

Das Drama vieler leistungsfokussierter Menschen ist, dass sie denken, man muss etwas leisten, um geliebt zu werden. Fortan ziehen sie ihre Daseinsberechtigung hauptsächlich daraus, für andere da zu sein – also für andere DASEIN zu müssen, um DASEIN zu dürfen. Der Sinn und Wert des eigenen Lebens werden also an das persönliche Funktionieren gebunden. Das kann fatale Folgen haben für die Lebensführung und die Lebensqualität des Betroffenen.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass eine der besten Methoden, um Burnout vorzubeugen, ist: gut für sich selbst zu sorgen, indem man seine Gefühle, Bedürfnisse, Sehnsüchte etc. wahrnimmt, sie wirklich spürt und dann in einer adäquaten Weise dafür sorgt, sie zuzulassen bzw. umzusetzen. Jeder Burnout-Betroffene und jeder massiv dauerhaft erschöpfte Mensch ist ein Spezialist dafür, dauerhaft zu funktionieren, ohne das eigene Leiden in bestimmten persönlichen Mangelzuständen zu spüren. Diese Fähigkeit kann für eine gewisse Weile sinnvoll und nützlich sein, aber sie sollte zeitlich begrenzt sein und der Weg sollte immer wieder zurückgefunden werden zu einem Leben, das Freude bereitet, das von dem betroffenen Menschen selbst als sinnvoll und Freude bereitend erlebt wird. Wer in seiner Lebensführung für sich sorgt, indem er gut für seine Bedürfnisse sorgt und sich selbst und anderen bestimmte Grenzen setzt, sodass er viel Lebensfreude erlebt und es ihm richtig gut geht, der wird kaum durch viel Arbeit Gefahr laufen, eine massive, dauerhafte Erschöpfung im Sinne von Burnout zu erleben. Eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und danach zu handeln kann durch Achtsamkeitsübungen erleichtert werden.

In der Zusammenarbeit mit Burnout Betroffenen ist erkennbar, dass sie insbesondere am Tiefpunkt ihrer Erschöpfung kaum benennen können, was ihnen gut und was ihnen nicht gut tut. Deshalb ist ein wichtiger Baustein in der Prävention von Burnout, dass Menschen, die bei sich selbst oder anderen Menschen erkennen, dass nur rudimentär eigene Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle und Sehnsüchte wahrgenommen werden können, entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Zur Stärkung der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, Wünsche etc. bieten sich dabei unter anderem Achtsamkeitstraining oder Selbsterfahrungsworkshops an. Wichtig ist, dass ein Burnout-Gefährdeter nicht mehr vor allem nach den Fragen lebt: „Schaffe ich das? Funktioniere ich richtig? Erreiche ich das Ziel? Mache ich das richtig?“, sondern verstärkt und kontinuierlich Fragen folgt wie: „Tut mir das gut? Was möchte ich mir heute Gutes tun? Auf was habe ich heute Lust? Was tue ich mir heute Gutes?“

 

Burnoutprävention – Expertentipp 8

Übung: Bilanz meines Lebens

Die Kraft im Jetzt entsteht oft aus einem Bild von meiner Zukunft, einer Vision, die Anziehungskraft besitzt und mich leitet. Wie sieht Ihre Vision von der eigenen Zukunft aus? Diese Übung hilft Ihnen bei der Erstellung.

Übung - Bilanz meines Lebens:
Bei dieser Übung scheiben Sie auf, wie Sie Ihre Balance verbessern können.

  • Freizeit und Freunde:
  • Gesundheit und Fitness:
  • Werte und Spiritualität:
  • Partnerschaft und Familie:
  • Arbeit und Beruf:

Zentrale Fragestellung: Was ist bereits da? Was fehlt mir? Was macht mich wirklich glücklich?

Vertiefungsfragen dazu sind: Geben Sie anderen immer wieder viel und beanspruchen für ihre persönlichen Bedürfnisse zu wenig Bedeutung und Zeit? Dies ist insbesondere für Führungskräfte und Mitarbeiter in Dienstleistungsberufen (z.B. Pflegeberufe, Ärzte, Lehrer) oft eine wichtige Fragestellung.

Haben Sie im Beruf und privat genügend Freiraum zur Selbstverwirklichung, um einen Teil Ihres Umfeldes so zu gestalten wie Sie es für richtig halten? Und sind Sie andererseits Teil einer „Herde“, einer Gemeinschaft, die Ihnen den Schutz und die Unterstützung von Zugehörigkeit gibt?

Bekommen Sie ausreichend Anerkennung für persönliche Leistungen? Wird Ihre Leistung gesehen und honoriert (vgl. Siegrist)? Und werden Sie andererseits von Menschen geliebt oder zumindest geschätzt, weil sie Sie als Mensch einfach nur mögen, ohne dass Sie eine bestimmte Leistung erbringen müssen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 9

Weg von der Vergangenheit

Wer in der Vergangenheit lebt, lebt verkehrt. Denn die Zukunft wird jetzt gestaltet und da sind Gedanken an die Vergangenheit auf Dauer hinderlich. 

 

Burnoutprävention – Expertentipp 10

Stress erkennen und abbauen

Die Stressforschung unterscheidet drei Reaktionsmuster: Fight (Kämpfen), Flight (Flüchten) oder Freeze (Erstarren). Entscheiden Sie sich bewusst für Ihre Reaktionen. Das Erstarren ist gewöhnliche die schlechteste Handlungsalternative.

Burnout-Symptome sind häufig das Ergebnis hoher Loyalität, großen Engagements und außerordentlicher Leistungsbereitschaft eines Menschen. In einer Krise werden von Führungskräften und auch Mitarbeitern bisher bewährte Lösungsstrategien, die das Erleben von Kontrollkompetenz, Sinn, Kraft, Sicherheit verliehen haben, plötzlich als unwirksam erlebt. Dies hat zur Folge, dass der Betroffene sich als inkompetent und schwach empfindet und als hilfloses oder sogar ausgeliefertes Opfer. Dadurch werde die Situation als noch bedrohlicher und noch gefährlicher erlebt. Noch mehr Handlungsdruck wird aufgebaut, wieder gefolgt von weiter anwachsendem Ohnmachtserleben (zirkuläre Eskalation). Dieses Modell lehnt sich an bekannte Stresstheorien an und erinnert an die typischen Lösungsversuche, die jedermann kennt:

  1. Kampf mit extremer Erregtheit
  2. Flucht, Vermeidung, Verleugnung und
  3. Paralyse oder Totstellreflex (man will es einfach nicht wahrhaben) mit Katalepsie (intensiver Bewegungsarmut), manchmal bis hin zu Katatonie (völlige Starre)

Da die Bewertung von Stressoren für den einzelnen Menschen von seinen persönlichen Erfahrungen, seiner Konstitution und der Verfügbarkeit von Bewältigungsstrategien abhängig ist, können ganz unterschiedliche Belastungen als Stressoren erlebt werden oder auch nicht. Beispiele sind Zeitdruck, Störungen bei der Arbeit, Mobilität, Multitasking, Probleme mit dem Chef, Konflikte mit Kollegen, Konflikte in der Familie, um nur einige zu nennen.

Für einen frühzeitigen Stressabbau in Arbeitssituationen helfen folgende Übungen:

Für alle Übungen gilt, dass die Anspannungsphase insgesamt nicht länger als acht Sekunden dauern sollte. Der Übende sollte die Übungen nicht mit der maximalen Kraft beginnen, sondern diese Kraftanspannung während der Übung steigern. Die ersten drei bis vier Sekunden sollten zum Kraftaufbau und die verbleibende Zeit zum Erhalt der maximalen Kraftausübung genutzt werden.

  • Hände drücken: Die Hände sind vor dem Bauch aneinandergelegt. Die Handinnenflächen liegen so, dass die Ellenbogen nach außen zeigen. Die Hände werden für einige Sekunden fest aneinander gepresst. Dann wieder lösen.
  • Fäuste ballen: Ballen Sie die Fäuste fest und halten Sie sie für ein paar Sekunden in dieser Position. Öffnen Sie dann die Fäuste und strecken sie die Finger soweit es geht von sich.  
  • Der Krallgriff: Stellen Sie sich hinter einen Stuhl oder Sessel bzw. setzen Sie sich hinein. Greifen Sie fest die Rücken- bzw. Armlehne und behalten Sie diesen Griff für einige Minuten bei. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Hände fest ineinander greifen zu lassen und den Griff mehrere Sekunden auszuüben, ohne einen Stuhl bzw. Sessel
  • Hand-Kopf-Presse: Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf, so dass die Hände ineinander greifen. Die Ellenbogen sind parallel verlaufend zur Schulter abgewinkelt. Drücken Sie nun den Kopf rückwärts gegen die Hände und bewegen Sie gleichzeitig die Hände nach vorne. Diese Übung kann gut im Stehen und im Sitzen durchgeführt werden, z. B. direkt nachdem man am Schreibtisch Stress erfahren hat.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 11

Kraft schöpfen durch Selbstachtung

Dauerhafte Überlastung endet da, wo Sie beginnen sich selbst komplett so anzunehmen wie Sie sind (Selbstliebe und Selbstachtung) und wirklich gut für sich zu sorgen. Das ist womöglich etwas ungewohnt, ist aber ein wichtiger Meilenstein in der Burnoutprävention.

Häufig steht am Beginn einer Burnout-Entwicklung ein vermindertes Selbstwertgefühl. Um den inneren Mangel an Selbstwertschätzung für das eigene Sein und Tun zu kompensieren, kann das persönliche Verhalten massiv auf den Erhalt von externer Anerkennung ausgerichtet werden. Fast suchtartig können so gerade junge Führungskräfte in einen Kreislauf von externer Anerkennung und innerer Ausbeutung gelangen, an dessen Ende eine massive dauerhafte Erschöpfung steht, die dieses Vorgehen stoppt.

Die möglicherweise stärkste Kraftquelle, um aus dieser Falle auszubrechen, ist die Liebe. Und zwar die Liebe zu sich selbst und auch zu anderen, in allererster Linie jedoch die Selbstliebe, die eine tiefe Selbstannahme beinhaltet. Diese geht weit über eine Akzeptanz hinaus und beinhaltet ein Völlig-mit-sich-einverstanden-sein und sich selbst ohne jedes Wenn und Aber anzunehmen, so wie man ist. Diese tiefgründige Geborgenheit in sich selbst hat nichts mit Egoismus oder Egozentrismus zu tun. Sie ist die wertvolle Basis für jede Fremdliebe, Mitgefühl und eine liebevolle Ausstrahlung als Führungskraft, die Strenge nicht ausschließt, aber bei Mitarbeitern keine Angst verursacht. Balancierte Selbstliebe hilft die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, sie ausreichend zu berücksichtigen und gut für sich selbst zu sorgen, wenn man Leistung erbringt, und sich somit auch gegen eine dauerhafte Überforderung zu schützen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 12

Grenzen akzeptieren – eine Reflexionsübung

Wissen Sie wo Ihre persönlichen Grenzen sind? Oder müssen Sie immer wieder ausprobieren, wann die Batterien leer sind? Die eigenen Grenzen zu kennen und zu achten schützt vor Burnout und hilft Ihnen insgesamt auf Dauer mehr zu leisten.

In der Organisation des persönlichen Lebens ist es weder dauerhaft gesundheitsförderlich, sich übertriebene Ziele zu setzen, noch sich selbst zu wenig abzufordern. Diese Reflexionsübung soll Ihnen helfen, realistisch einzuschätzen, wie Sie am leistungsfähigsten sind ohne Gefahr in ein Burnout zu laufen.

Überlegen Sie in Ruhe und mit Abstand:

  • Welche Arbeit tut mir gut?
  • Wie sieht diese Arbeit genau aus? Bin ich dabei in einem Team? Wie gehen wir miteinander um?
  • Wie klar ist der Auftrag?
  • Wie viel Freiraum brauche ich?
  • Wie viel möchte ich arbeiten?
  • Wie viel Arbeitszeit tut mir gut, so dass ich auch ausreichend regenerieren kann, um dann wieder leistungsfreudig arbeiten zu können?
  • Wie viel Sport, Familie, Zeit für Freunde etc. benötige ich?

Gehen Sie diesen Fragen ehrlich und mutig nach, ohne an die aktuellen Restriktionen und die Ist-Situation zu denken. Nur so haben Sie wirklich die Chance Ihr Wunschbild zu finden. Erst danach geht es darum zu prüfen, was ist veränderbar und wie könnte es umgesetzt werden. Aber zuvor muss der freie Wunsch Raum bekommen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 13

Grenzen akzeptieren

Fragen Sie sich: Wieviel kann ich innerhalb meiner Arbeitszeit erledigen? Und reden Sie mit Ihrem Chef und Kollegen darüber, wer sich um den Rest kümmert. Wer jeden Tag alles erledigen will und sich keine gesunden Grenzen setzt, wird auf Dauer überlastet und erschöpft sein.

Jeder Burnout-Betroffene und jeder massiv dauerhaft erschöpfte Mensch ist ein Spezialist dafür, dauerhaft zu funktionieren, ohne das eigene Leiden in bestimmten persönlichen Mangelzuständen zu spüren. Diese Fähigkeit kann für eine gewisse Weile sinnvoll und nützlich sein, aber sie sollte zeitlich begrenzt sein und der Weg sollte immer wieder zurückgefunden werden zu einem Leben, das Freude bereitet, das von dem betroffenen Menschen selbst als sinnvoll und Freude bereitend erlebt wird. Wer in seiner Lebensführung für sich sorgt, indem er gut für seine Bedürfnisse sorgt und sich selbst und anderen bestimmte Grenzen setzt, sodass er viel Lebensfreude erlebt und es ihm richtig gut geht, der wird kaum durch viel Arbeit Gefahr laufen, eine massive, dauerhafte Erschöpfung im Sinne von Burnout zu erleben.

Ein Beispiel für sinnvolles Grenzen ziehen: Eine Führungskraft übernimmt seit mehreren Monaten einen Teil der Aufgaben eines Kollegen, weil dieser innerlich gekündigt hat. Um keinen Konflikt auf der nächsthöheren Hierarchieebene zu provozieren, leistet er circa 1,4 Jobs, obwohl er nur für 1,0 bezahlt wird. Dies ändert sich nach einer Krafträuber-Analyse: Er spricht mit seinem Kollegen, setzt ihm die Grenzen und lässt wenige Tage später den Konflikt auf der nächsten Führungsebene eskalieren. Dies kostet ihn zunächst Energie und er berichtet im Einzelcoaching: „Das war dennoch der richtige Weg, denn viel länger hätte ich diese Doppeljob-Belastung nicht mehr ausgehalten. Und dann wäre mir alles auf die Füße gefallen. So habe ich noch das Rettungsseil gezogen und fühle mich erleichtert. Jetzt merke ich erst richtig, wie mich diese Dauerüberlastung gerädert hat.“

 

Burnoutprävention – Expertentipp 14

Niederlagen akzeptieren

Einige Herausforderungen des Lebens können Sie nicht stoppen, sondern nur lernen damit besser umzugehen. Dabei hilft der Glaube an sich selbst, die Orientierung an Zielen und Lösungen und die Bereitschaft nach Niederlagen immer wieder aufzustehen und sich etwas Positives vorzunehmen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 15

Gesunder Führungsstil

Warten Sie nicht darauf in Ihrem Beruf geführt zu werden. Führen Sie selbst, indem Sie unmissverständlich mitteilen, was Sie von Ihrem Chef in punkto gesunde Führung erwarten, so dass Sie auf Dauer ohne Burnout arbeiten können.

Eine Führungskraft verfügt in ihrem Verantwortungsbereich über wesentlichen Einfluss bei der Vorbeugung von Burnout und zur Gestaltung salutogener Entwicklungen. Ein guter Chef sollte sich mit dieser Aufgabe nicht persönlich überfordern, sondern

  1. sich auf die wirksamsten Erfolgsfaktoren konzentrieren und
  2. eine Organisationsentwicklung in seinem Verantwortungsbereich anstoßen und begleiten, die nachhaltig von den Mitarbeitern getragen wird und dem Wert Gesundheit eine hohe Bedeutung im Team und in der täglichen Zusammenarbeit gibt.

Ein gesundheitsorientierter Führungsstil beinhaltet aber nicht nur Anerkennung und Wertschätzung für die Mitarbeiter, sondern auch klare Kritik in der Sache. Ein reiner Schmusekurs durch die Führungskraft führt gewöhnlich dazu, dass diese mit der Zeit erschöpft wird, da sie ihre Interessen hintenanstellt. Da Führungskräfte immer bestimmten Erwartungen von ihren eigenen Führungskräften ausgesetzt sind und Ziele zu erfüllen haben etc., werden sie zwischen dem Erwartungsdruck von oben und den Erwartungen ihrer Mitarbeiter zerrieben, wenn sie es nicht schaffen, sich von beiden so zu distanzieren, dass sie ihren eigenen Interessen gerecht werden. Ein gesundheitsorientierter Führungsstil sollte also sowohl den Interessen und Bedürfnissen der Führungskraft als auch denen der Mitarbeiter Rechnung tragen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 16

Denken Sie positiv

Am Anfang war der Gedanke. Die moderne Hirnforschung zeigt, dass unser Gefühlsleben massiv von unseren Gedanken gesteuert wird. Deshalb: Denken Sie bewusst an erfreuliche Dinge, orientieren Sie sich gedanklich an Ihren Wünschen und Bedürfnissen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 17

Gibt es dir richtige Ernährung gegen Burnout?

Gesunde Ernährung hilft zwar dabei, dass wir uns wohlfühlen und unseren Körper und unser Leben genießen, aber sie verhindert kein Burnout. Deshalb: Ja zu mediterraner Kost mit viel Obst und Gemüse, aber zwischendurch - in Maßen - auch mal sündigen und es bewusst genießen und nicht bereuen.

Nach den Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) nehmen die meisten Deutschen zu wenig Frischkost zu sich, also z. B. Obst, Gemüse und Salat. Eine Tomate ist nicht nur lebendiger als Tomatenketchup und ein Apfel lebendiger als Apfelmus, sondern sie beinhalten auch wichtige Vitalstoffe, die unser Organismus zum Aufbau von Belastungsfähigkeit benötigt. Jedoch werden reine körperliche Verbesserungsmaßnahmen alleine, die von vielen Unternehmen zunächst in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen des Gesundheitsmanagements gestellt werden, relativ wenig bewirken, wenn sie nicht mit Maßnahmen aus anderen Bereichen kombiniert werden. Alleine durch eine bessere Ernährung oder mehr Bewegung wird es ein Betroffener kaum schaffen, massive dauerhafte Erschöpfungszustände zu verbessern, wenn er in seinem beruflichen Kontext und in seinem Privatleben erhebliche psychische Belastungen hat. Deshalb ist die Interdependenz, also die gegenseitige Beeinflussung von vier Verbesserungsbereichen, sinnvoll zu berücksichtigen. Dem mentalen Bereich ist dabei die größte Bedeutung zuzumessen. Entscheidend wird bei allen Präventivmaßnahmen sein, sie möglichst früh zu beginnen und das unnötige Leiden an dauerhafter, massiver Erschöpfung nicht unnötig weit zu treiben.
Die Präventivmaßnahmen sind in vier Bereiche gegliedert:

  1. mentale Maßnahmen,
  2. organisatorische Maßnahmen,
  3. emotionale Maßnahmen und
  4. körperliche Maßnahmen.

Fazit: Allein durch eine gesunde Ernährung wird man Erschöpfungssymptome nicht verhindern können. Trotzdem ist gesundheitsförderliche Ernährung ein wichtiger Baustein zur Unterstützung von Vitalität und Widerstandskraft gegen Belastungen des Organismus und somit nützlich, um persönliche Erschöpfung im Sinne von Burnout vorzubeugen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 18

Die richtige Bewegung gegen Stress

Richtige Bewegung hilft gegen Burnout, am besten an frischer Luft und in einer Gemeinschaft. Machen Sie gesunde Ausgleichsbewegung, die Spaß macht. Keinen Sport, der zusätzlich stresst und leistungsorientiert ist.

Durch eine Umfokussierung der Aufmerksamkeit und durch einen Abbau der Stresssymptomatik im Körper mithilfe von Sport kann eine andere körperliche und geistige Verfassung geschaffen werden, die unserem Organismus wesentlich angenehmer erscheint. Es muss dabei kein Hochleistungssport betrieben werden, denn schon verschiedene körperliche Maßnahmen wie Bewegungen, die Aufmerksamkeit benötigen, wie z. B. Haus- und Gartenarbeiten, Wandern etc., wirken sich günstig aus, da sie eine „erdende Wirkung“ haben. Das bedeutet, das Bewusstsein konzentriert sich wieder stärker auf tatsächliche Körperereignisse und beschäftigt sich nicht zu stark mit den Stresszuständen, die gerade in den Gedanken und Gefühlen Raum greifen. Der Spaß und die richtige Dosierung sind dabei entscheidend: Wer über viele Jahre intensiv und mit zu wenig Entspannungspausen Anspannung betreibt, wird tendenziell Leistungskraft verlieren, weil die notwendige Regeneration fehlt. Dies gilt für Business ebenso wie im Leistungssport. Eine leistungsstarke Anspannung wird nur möglich durch eine Entspannung, die vorausgegangen ist. Dies ist bei vielen Sportarten sichtbar. Auch im Management ist eine dauerhafte Hochleistung nur möglich, wenn der betreffende Manager darauf achtet, dass er zwischendurch in einer gesunden Amplitude auch für Entspannung sorgt. Denn die physiologischen Prozesse beruhen darauf, dass in einer Entspannungsphase quasi Kräfte gesammelt oder aufgebaut werden, damit diese dann in einer Anspannungsphase zur Verfügung stehen, verbraucht werden und sich in der anschließenden Regenerations- beziehungsweise Entspannungsphase wieder aufbauen können.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 19

Ihre persönliche Gesundheitslandkarte

Entspannen Sie sich so, wie es speziell Ihnen gut tut. Allgemeine Ratschläge und Methoden können zur Anregung dienen. Aber was Sie ganz persönlich am besten entspannt wird eine einmalige Mischung von Annehmlichkeiten sein. Finden Sie es mit der Gesundheitslandkarte heraus.

Ihre persönliche Gesundheitslandkarte sollte folgendes beinhalten: die persönliche Vision von dauerhafter Gesundheit und Leistungsfähigkeit/-freude. Wenn es Ihnen zunächst schwer fällt, diese Vision zu entwickeln, dann sollten Sie zumindest Ihre persönliche Zielsetzung festlegen. Und denken Sie bitte daran: alles ist nicht endgültig, sondern immer nur vorläufig, also auch wieder änderbar. Erfahrungsgemäß werden Sie mit der Zeit, nach einigen Suchbewegungen und Ausprobieren, eine relativ stabile Zielsetzung und Vision (als attraktives, motivierendes Bild) finden.

Auf der persönlichen Landkarte sollte auch das Vorgehen („Strategie“) und die wichtigsten Kraftquellen (s. Kapitel „Kraftquellen“ im 1. Kapitel dieses Buches) aufgeführt sein.

Es gibt unterschiedliche Darstellungsweisen, die ich in der Begleitung von einzelnen Führungskräften oder auch in Workshops mit Gruppen von Managern kennen gelernt habe. Hier einige Beispiele:

Der Baum: Hier zeichnet man einen Baum (z.B. auf ein großes Pinnwandpapier) und benennt einzelne Wurzeln nach den persönlichen Kraftquellen (z.B. Freunde) und einzelne Äste nach den individuellen Zielen (z.B. mentale Verbesserung durch täglich 30 Minuten Achtsamkeitstraining). Diese Darstellung hat unter anderem den Vorteil, dass man in weiteren Verästelungen immer konkretere Benennungen machen kann. Zum Beispiel unter der „Kraftwurzel“ Freunde kann man in einer weiteren Verästelung einzelne wichtigste Freunde mit Namen nennen. Oder bei den Zielen kann man mit einer weiteren Verästelung vom „Hauptast“ mentale Verbesserung neben dem Achtsamkeitstraining als einen weiteren Ast „Lösungsorientierung mit meiner Frau“ eintragen.

Eine andere Darstellungsform ist ein Fluss, der sich durch die persönliche Gesundheitslandschaft schlängelt und an dessen Mündung Vision und Ziel stehen. Statt einer eigenen Zeichnung kann man sich Unterstützung durch Mitmenschen holen und auch Fotos, Zeitungsausschnitte und anderes nutzen, wie in einer Collage. Mein Tipp: Halten Sie Ihr „Gesamtkunstwerk“ persönlich und überfrachten es nicht mit fremden Abbildungen.

Auch die Anwendung anderer „Map“-Techniken ist möglich. Zum Beispiel das klassische „ Mind-Map“ oder Verfahren aus der US-amerikanischen Mapmaker-Tradition, zum Beispiel von Hans-Peter Krauss.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 20

Ausgleich durch Bewegung

Wer sich nicht bewegt, lebt verkehrt. Ihr Luxuskörper mit seinen vielfältigen Funktionen ist nicht nur dazu geschaffen, um zu sitzen. Bewegen Sie auf gesunde Weise und zum Ausgleich von sitzender Tätigkeit Ihren Körper, dieses Wunderwerk der Natur. Zum Beispiel Treppen steigen statt Aufzug fahren.

Bewegung kann eine wichtige Rolle spielen, um Stresssituationen im Organismus abzubauen und den Körper so tüchtig zu machen, dass er hohen Anforderungen eher standhält. Unter anderem kann Bewegung auch bewirken, dass das Selbstbewusstsein der betroffenen Führungskraft steigt und er eine höhere Resilienz aufbaut. Bewegung sollte in erster Linie als Ausgleichsbewegung stattfinden. Das bedeutet: Im Gegensatz zu der überwiegend sitzenden Haltung im Büro (z. B. bei Besprechungen) und der liegenden Haltung nachts beim Schlafen ist unser aller Körper aufgrund seines Aufbaus dafür geschaffen, sich zu bewegen und zwar in aufrechter Haltung. Dies findet inzwischen bei vielen Führungskräften zu wenig statt. Deshalb ist eine gesunde Ausgleichsbewegung sinnvoll und hilfreich, um den Gesamtorganismus fit zu halten und zusätzlichen Erkrankungen (v. a. der Skelettmuskulatur, Rückenbeschwerden etc.) vorzubeugen. Denn ein stark belasteter Manager wird noch mehr belastet, wenn er tagtäglich spürt (mit Schmerzen oder ohne), dass er immer bewegungsunfähiger wird und sein Körper „nicht mehr so richtig mitmacht“ (Originalton eines Managers mit zunehmenden Rückenbeschwerden). Gesunde, präventive Bewegung mit der Zielsetzung Verhinderung von dauerhaften, massiven Erschöpfungszuständen orientiert sich immer am Status quo des Betroffenen. Deshalb ist auch anzuraten, dass man sich ein persönliches Programm auf Basis eines Fitnesschecks erstellen lässt. Dabei sollte man sich jedoch nicht in die Hände eines leistungsorientierten Fitnesstrainers begeben, sondern sich vielmehr einem Spezialisten anvertrauen, der auf gesunde Ausgleichsbewegung spezialisiert ist.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 21

Pausen machen mit hoher Qualität

Wer dauerhaft viel leisten will, braucht gute Pausen. Das zeigt sich eindrucksvoll im Leistungssport. Aber auch im Beruf sind Pausen notwendig, um richtig aufzutanken und ausgeruht wieder frisch an die Arbeit zu gehen. Vermeiden Sie zu langes Durcharbeiten, das ermüdet besonders. Und geben Sie Ihren Pausen Qualität: Rausgehen an die frische Luft statt am Arbeitsplatz sitzen bleiben.

Wer lange und effektiv arbeiten möchte, sollte auf Pausen und eine Gestaltung der persönlichen Arbeitspausen nach individuellen Bedürfnissen achten. Insbesondere bei Burnout-gefährdeten Mitarbeitern ist häufig zu beobachten, dass diese ihre Pausenzeiten reduzieren. Dadurch nimmt jedoch generell bei Mitarbeitern die Effektivität ihrer Arbeit nicht zu. Im Gegenteil: Häufig ist die Reduktion von Pausenzeiten ein Anzeichen dafür, dass derjenige Mitarbeiter nicht effektiv arbeitet. Hingegen ermöglichen ausreichende und qualitativ hochwertige Pausenzeiten das Auftanken, sodass man danach wieder mit neuem Elan und Kraft an die Arbeit gehen kann. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann sind die Pausen falsch arrangiert. Wer zu lange auf Pausen verzichtet oder diese immer weiter reduziert, muss damit rechnen, dass es zu Leistungseinbußen kommt, zum Beispiel die Konzentration nachlässt und häufiger Fehler auftreten. Die richtige Pausengestaltung und ausreichend Pausenzeiten können während des Arbeitstages dazu führen, dass sich ein Mitarbeiter trotz großer Herausforderungen wohl fühlt. Regelmäßige kurze Pausen können Ermüdung verhindern und die Produktivität steigern. Pausen sind enorm wichtig im Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresablauf, damit sich Mitarbeiter wieder regenerieren können. Nur wer dauerhaft immer wieder gut entspannen und Kräfte sammeln kann, wird mit Arbeitsfreude und dauerhafter Leistungsfähigkeit seinen Aufgaben nachgehen können. Viele Mitarbeiter organisieren sich die Pausengestaltung selbstverständlich in Eigenregie und unternehmen zum Beispiel nach dem gemeinsamen Mittagessen einen kleinen Spaziergang. Gerade an frischer Luft und im persönlichen Austausch kann dies eine erholende Wirkung zeigen. Da die Pausenzeiten stark begrenzt sind, machen auch Entspannungstechniken Sinn, die nur wenige Minuten an Zeit benötigen, um einen intensiven Entspannungs- und Erholungseffekt zu zeigen. Diese Microbreaks können Mitarbeitern helfen, bei wenig Zeitverbrauch eine intensive Entspannung zu erleben, um danach wieder leistungsfähiger zu sein. Eine Unterstützung beim Erlernen solcher Techniken ist empfehlenswert. Immer mehr Unternehmen machen positive Erfahrungen mit der Einrichtung eines „Silent Room“. Dieser Rückzugsraum wird speziell für Ruhe und Entspannung gestaltet. Auf diese Weise kann Arbeitsleistung und Belastbarkeit gesteigert werden und Burnout zu einem Teil vorgebeugt werden. Gewöhnlich gibt es in diesem ruhigen Raum bequeme Liegemöbel, technische Anschlüsse für beruhigende Musik und eine insgesamt beruhigende Raumgestaltung.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 22

Auszeiten nehmen und nutzen

Dauerhafte Leistungsfähigkeit braucht geschützte Lebensräume, in denen man nicht belastet wird und so richtig entspannen kann. Deshalb: Legen Sie Zeiten fest, an denen Sie nicht erreichbar sind und nichts tun müssen. An denen Sie niemandem zur Verfügung stehen – außer sich selbst.

Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter bei der Ausbalancierung von herausfordernden Hochleistungsphasen und Entspannungsphasen unterstützen. Dazu gehört sowohl eine gesundheitsförderliche Pausenkultur während des Arbeitsalltags als auch Schutz vor ständiger Erreichbarkeit und Nichtbelastung am Sonntag und abends.

In der Top Job-Trendstudie „Gesunde Führung“ der Universität Sankt Gallen wird festgestellt: „In 44 % der befragten Unternehmen gibt es nach anstrengenden Veränderungsphasen gezielte Auszeiten zur Regeneration. Das verbessert die psychische Gesundheit der Mitarbeiter um 23 %, die Unternehmensleistung steigt um 6 %.“ Zudem wird auf Basis von 96 Unternehmen festgestellt: „In 45 % der Unternehmen sind Auszeiten und Reflexionsmomente in der Unternehmenskultur verankert. Hier ist die psychische Gesundheit der Mitarbeiter um 22 % verbessert, die Unternehmensleistung steigt um 10 %.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 23

Ein klarer Führungsstil sorgt für Sicherheit

Berufliche Tätigkeiten belasten besonders, wenn es Unklarheiten gibt, etwas nicht eindeutig geregelt ist, mehrere Mitarbeiter schlecht koordiniert am gleichen arbeiten etc. Deshalb: Sorgen Sie gut für sich und Ihr Team, indem Sie von anderen Klarheit fordern und eindeutige Regeln.

Gerade wenn sich Prioritäten häufig verschieben oder Zielsetzungen aus unterschiedlichsten Gründen während des Jahres des Öfteren verändert werden, ist es besonders wichtig, dass ein Chef für Orientierung suchende Mitarbeiter ansprechbar ist. Mitarbeiter nehmen meist sensibel wahr, ob ihr Chef tatsächlich Zeit für sie hat und sie eine gewisse Bedeutung bei ihrem Chef haben. Zwar sollte die Führungskraft die Zeit für Mitarbeiterkommunikation begrenzt halten, da sie ansonsten den vielen anderen Führungsaufgaben nicht gerecht wird, aber es sollte ausreichend Zeit für Mitarbeitergespräche zur Verfügung stehen. Dazu sind bestimmte Vorgehensweisen, Kommunikationskanäle und bestimmte Erreichbarkeitszeiten sinnvoll. In Teams, in denen diesbezüglich feste Regeln bestehen, tun sich die Mitarbeiter und Führungskräfte meistens leichter, als wenn Mitarbeiter nicht wissen, wo sich ihr Chef befindet und wie sie ihn am besten zu einem dringenden Problem wo erreichen können. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte, die häufig international unterwegs sind und selbst sehr stark in das operative oder strategische Geschäft eingebunden sind. Da sich nicht alle Problemlagen von Mitarbeitern per Email ausreichend behandeln lassen, ist es sinnvoll, als Führungskraft auch per Telefon zu vorher festgelegten Zeiten erreichbar zu sein.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 24

Ein klarer Führungsstil sorgt für Sicherheit

Beflügeln Sie Ihr Gefühlsleben. Unternehmen Sie etwas, was Ihnen so richtig Spaß macht. Auch wenn Sie es seit Jahren verschieben. Organisieren Sie es jetzt oder tun Sie es einfach spontan. Tolle Erlebnisse geben uns Kraft und beugen Erschöpfung vor.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 25

Richtiges Entspannen lässt sich lernen

Entspannen will gelernt sein. Einfach nur aufs Sofa legen und Fernsehen hat eine andere Wirkung als richtige Entspannungsmethoden anzuwenden wie Progressive Muskelentspannung, Yoga, Autogenes Training etc. Probieren Sie verschiedene Angebote aus und finden Sie Ihre Lieblingsentspannungsmethode. Mit Ihrer passenden Umgebung und der passenden Uhrzeit.

Stimmige Lebensbalancen sind nicht normiert, sondern individuell. Die individuell günstige Balance für den gesamten Organismus als Einheit ist auch nicht zu normieren. Das heißt: Wenn es einem Menschen gut tut, bei dem Balancepaar Anspannung und Entspannung bei ca. 65 % Anspannung im Durchschnitt zu liegen, dann kann das für einen anderen Menschen unangenehm sein. Dieser strebt vielleicht einen Wert von 40 % an, um im Wohlbefinden zu sein. Daraus ergibt sich als sinnvolle Umgangsweise, dass die individuell Wohlbefinden und Leistungsfreude förderlichen Balancen mit ihren extremen Polen und den vielen dazwischen liegenden Graustufen individuell zu definieren sind. Für jeden Menschen kann Balance etwas anderes bedeuten. Viel Anspannung und Unternehmungen können für Martin wunderbar sein, nach dem Motto „Ich will Action“, während für Peter viel mehr Entspannung zu einer gefühlten Balance führt. Um die persönlich stimmige Balance in den wichtigsten Lebensbereichen zu finden, ist es daher sinnvoll, Balancierungsbewegungen im Alltag auszuprobieren: einfach mal etwas ausprobieren, zum Beispiel jeden Tag nach der Arbeit eine nette Entspannungspause zu Hause einlegen, bevor die Kinder auf Sie einstürmen; einfach mal morgens frühstücken, als wäre man im Urlaub – einfach mal etwas tun, was man sich sonst nicht gönnt. Die Methoden zur subjektiven Kraftgewinnung und Entspannung sind individuell unterschiedlich. Marc bekennt: „Nichtstun würde mich stressen. Eine gute Kunstausstellung lässt mich meine Akkus aufladen.“ Das kann sich Peter gar nicht vorstellen, der bei Teak-Won-Do und Bogenschießen „total abschalten“ kann. „Da spür ich: Da geht was“, resümiert er. Für Martina ist „Trommeln und mit meinem Hund weite Spaziergänge machen“ das Rezept für abschalten, Energie auftanken bzw. auftanken im Sinne einer Rebalancierung nach viel Distress im Berufsalltag und/oder in der Familie. Wichtig ist dabei immer das präventive Vorgehen, indem man sich seine wertvollen Lebensziele und Lebensbereiche bereits früh definiert und ihnen dann genügend Zeit und Energie widmet. So können auch zwischenzeitliche Schieflagen in den Lebensbalancen wieder ins Lot gebracht werden. Eine wichtige Kontrollfrage ist dabei: Woran merke ich, dass meine Lebensbalance im Bereich XY gestört ist? Welche Lebensbalancen gibt es eigentlich? Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Und nicht jeder braucht die gleiche Dosis. Die eine Führungskraft braucht zum Beispiel viel familiäre Geborgenheit und verbringt den größten Teil ihrer Freizeit mit der Familie, weil es ihr „Kraft gibt und ich dann viel leichter berufliche Rückschläge wegstecke, als wenn ich massiven Streit mit meinem Mann habe“, während ein anderer Chef in seiner Freizeit sportliche Herausforderungen braucht, bei denen er sich dermaßen konzentriert, sodass er den Job völlig vergisst und „den Kopf hernach völlig frei habe und noch auf ein tolles Konzert gehe. Dann ist meine Batterie am Montagmorgen spätestens wieder voll bis oben hin.“

 

Burnoutprävention – Expertentipp 26

Visuelle Entspannungstechnik

Entspannen Sie Ihre Augen und Ihren Geist indem Sie Ihren Blick in die Ferne schweifen lassen. Suchen Sie mit den Augen den entferntesten Punkt, den Sie noch erkennen können. Dann gehen Sie visuell am Horizont entlang. In aller Ruhe. Nichts bewerten, Gedanken einfach weiterziehen lassen. Nur beobachten ohne zu werten. Spüren Sie die beruhigende Wirkung?

 

Burnoutprävention – Expertentipp 27

So lächeln Sie den Stress weg

Wenn es nichts zum Lachen gibt: Lächeln Sie. Das klingt aberwitzig, hilft aber. Beim Lächeln drückt ein Gesichtsmuskel genau auf den Nerv, der dem Gehirn eine fröhliche Stimmung signalisiert. Je stärker Sie lächeln und die Mundwinkel nach oben ziehen, desto stärker ist die Wirkung. So können Sie sich und Ihre Stimmung selbst beeinflussen. Wenns Ihnen zu fröhlich wird: einfach wieder Mundwinkel ganz nach unten.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 28

Finden Sie Ihr 5-Miuten-Programm gegen Stress

Erlernen Sie Kurzzeit-Entspannungs-Methoden, z.B. Power-Napping oder Atemübungen, die es Ihnen ermöglichen in wenigen Minuten viel neue Kraft zu schöpfen. Eine kräftigende Atemübung für zwischendurch: Drei Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen, ohne große Anstrengung. Nach 5 Minuten, also 29 Wiederholungen, fühlen Sie sich erholt.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 29

Mehr Struktur = weniger Stress

Arbeit ist weniger psychisch belastend, wenn sie verständlich und verstehbar ist. Das bedeutet konkret: Die Aufgabe so strukturieren, dass die Handlung von Ihnen komplett ausgeführt werden kann ohne ständige Unterbrechungen, Rückfragen etc. Zudem: Informationsflut eindämmen und klare Prioritäten setzen und nacheinander abarbeiten.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 30

Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz mit

Erschöpfend wirkt sowohl dauerhafte Unter- als auch Überforderung. Deshalb: Reden Sie mit Ihrem Chef und Ihren Kollegen, wenn der Job nicht zu Ihren Fähigkeiten passt. Je besser die Aufgaben zu Ihnen als Mensch passen, desto leichter fallen Sie Ihnen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 31

Feedback tut Ihnen gut

Klare Rückmeldungen geben Orientierung und entlasten. Deshalb: geben Sie Feedback im positiven wie auch im negativen Fall, aber bitte immer wertschätzend. Zum Beispiel: “Ich fand die Zuarbeit von Ihnen gestern nicht in Ordnung, weil… Und ich wünsche mir, dass …”. Damit werden anstrengende Konflikte, schlechte Stimmung und unnötiges Grübeln und Grummeln vermieden.  

 

Burnoutprävention – Expertentipp 32

Bewerten Sie Ihre Leistung positiv

Loben Sie sich selbst. Das gibt Kraft. Unser Selbstwertgefühl und unsere Überzeugung davon, ob wir wertvoll sind oder nicht, hängen maßgeblich vom Feedback anderer und unserer Selbsteinschätzung ab. Gehen Sie auf Nummer sicher und bewerten sich selbst schon mal positiv, dann fällt es den anderen auch leichter.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 33

Wie Sie Ihre Aufgaben mit Sinn erfüllen

Sinnvolle Arbeit fällt leichter als Aufgabenerfüllung, die als sinnlos erlebt wird. Deshalb ist es als Chef und als Mitarbeiter gut, sich einen sinnvollen Job zu suchen. Das muss nicht unbedingt ein neuer sein. Manchmal lohnt es sich darüber nachzudenken, was man beruflich eigentlich tut und wie nützlich es zum Beispiel für andere Menschen ist.  

 

Burnoutprävention – Expertentipp 34

Der Körper kann Einfluss auf die Stimmung haben

Die Körperhaltung beeinflusst Ihre Gefühle. Deshalb: Achten Sie auf eine Körperhaltung und eine Mimik, die zeigt, dass es Ihnen gut geht und Sie sich wohlfühlen. Drücken Sie dies auch in Ihren Bewegungen aus und Sie haben beste Chancen, dass es Ihnen bald emotional so geht wie Sie es körperlich vorgemacht haben. Die Methode heißt “So tun als ob…” und hilft kurzfristig im Alltag Tiefs zu überwinden.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 35

Seien Sie professionell unperfekt

Hören Sie auf, immer 100 Prozent erreichen zu wollen. In den meisten Angelegenheiten ist ein 100 prozentiges Ergebnis viel zu kraftraubend. Perfektionisten tun sich schwer und verbrauchen für die Leistung zwischen 80 und 100 Prozent einen überproportional hohen Anteil an Energie. Deshalb sind oft 80 prozentige Lösungen ökonomischer, gerade im Hinblick auf die eigene Belastung.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 36

Lassen Sie sich selbst nie aus den Augen

Achten Sie auf sich selbst, Ihre Gesundheit und den Erhalt Ihrer Arbeitskraft. Nichts ist wichtiger. Wenn Sie beobachten wie zum Beispiel Kollegen behandelt werden, die sich für die Firma aufgeopfert haben und welchen bleibenden Dank diese Kollegen erhalten, dann können Sie erkennen: Niemand kümmert sich wirklich um Ihre dauerhafte Leistungsfähigkeit, wenn Sie es nicht  selbst tun.  

 

Burnoutprävention – Expertentipp 37

Schaffen Sie sich auch digital mehr Freiraum

Die Informationsüberflutung, zum Beispiel per Emails, kann erschöpfend wirken. Am besten ist die Vermeidungsmethode: bestellen Sie Newsletter ab, stellen Sie automatische Benachrichtigungen, zum Beispiel von sozialen Netzwerken, ab und richten Sie effektive Spamfilter ein.  

 

Burnoutprävention – Expertentipp 38

Mehr Struktur für Ihr digitales Postfach

Damit E-Mails weniger nerven: Strukturieren Sie Ihr elektronisches Postfach noch besser, zum Beispiel durch Ordner. Legen Sie Arbeitsordner an, terminieren Sie Ihre E-Mail-Bearbeitung und schreiben Sie E-Mails, die kurz und klar auf den Punkt kommen. Das Prinzip “Konzentration” hilft auch bei der Auswahl des Verteilers. Gemeinsame E-Mail-Regeln im Team helfen auch unnötige Belastungen durch E-Mail-Flut.

Eine Vielzahl von Studien unterstreicht, wie sehr die E-Mail-Kommunikation im Unternehmen die Effizienz beeinträchtigt. So geht etwa eine Untersuchung des britischen Henley Management College von 40 Minuten täglich vernichteter Arbeitszeit durch E-Mails aus. Andere Untersuchungen sprechen von bis zu 20 Stunden pro Woche. Die E-Mail: Wichtigstes Kommunikationsmittel, aber auch größter Produktivitätskiller. Für den täglichen Kampf gegen den überquellenden Posteingang hat z.B. Microsoft Outlook ein paar einfache aber äußerst wirkungsvolle Einstellungen auf Lager. Unter „Datei > Optionen > E-Mail > Nachrichteneingang“ Bringen Sie Outlook ganz einfach zum Schweigen: Entfernen Sie die Häkchen bei „Sound wiedergeben“ und „Desktopbenachrichtigung anzeigen“ und schon genießen Sie einen stillen Posteingang und werden konzentrierter arbeiten. Das wohl erfolgreichste Prinzip ist, ähnlich der Müllvermeidung, die grundsätzliche Vorbeugung der Emailüberflutung. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen, wie die Absprache, dass man nicht in zu vielen Fällen in „cc“ gesetzt wird. Eine andere Möglichkeit ist es, im eigenen Email-Account einen Ordner für alle Emails zu schaffen, die man nur als „cc“ erhält. Des Weiteren ist ein großzügiger Umgang mit Emails, also auch dem persönlichen Löschverhalten, von Vorteil. Alle persönlichen Maßnahmen sollten jedoch im Team abgestimmt werden, um gemeinsam der Informationsflut Herr zu werden. Hilfreich sind innerhalb des Teams klare Absprachen, zum Beispiel zu den Fragen:

  • Wie können wir den Emailverkehr innerhalb unserer Abteilung auf ein nützliches, aber begrenztes Maß reduzieren?
  • Welche Rund-Emails, Meeting-Protokolle und Memos sollte wer lesen und vor allem wer nicht?      
  • In welchem Zeitraum ist ein Mitarbeiter verpflichtet, bestimmte Emails zu bearbeiten?

In jedem Fall sollte die Führungskraft dies mit ihrem Team in einem kleinen Workshop abstimmen und eine gemeinsame Vorgehensweise festlegen. Ähnliches gilt selbstverständlich auch für Telefongespräche etc. Auch in diesen Fällen ist wieder das Vorbild der Führungskraft gefragt, um Wirkung im Verantwortungsbereich nachhaltig zu erzielen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 39

Jeden Tag eine gute Tat

Was haben Sie heute schon Gutes für sich getan? Da Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind, sollten Sie gut für sich sorgen und sich nach Anstrengungen etwas gönnen. Was erfüllt Sie mit Freude, gibt Ihnen viel Spaß, tut Ihnen so richtig gut? Können Sie es noch heute tun?

 

Burnoutprävention – Expertentipp 40

Gegen Erschöpfung hilft die Vereinfachung des Lebens. Wer viel erreichen möchte in Beruf und Privatleben und selbst am Wochenende noch Freizeitstress hat, übernimmt sich möglicher Weise. Vereinfachen Sie Ihr Leben indem Sie sich von Dingen, Angewohnheiten, Beziehungen etc. trennen, die nicht wirklich lebenswichtig für Sie sind. “Simplify and enjoy” ist die Devise.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 41

Eine einfache Übung für weniger Belastung und mehr Glücksgefühl: Dankbarkeit und Achtsamkeit für die positiven Dinge des Lebens. Wir freuen uns gewöhnlich nicht über sauberes Trinkwasser in unbegrenzten Mengen aus dem Wasserhahn, weil wir diesen Luxus gewohnt sind. Dies gilt fur viele andere Dinge des Alltags. Aber niemand kann Ihnen verbieten sich über diese wunderbaren Selbstverständlichkeiten trotzdem zu freuen und dafür dankbar zu sein. Das erzeugt positive Gefühle und gibt Kraft.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 42

Um Belastungen abzubauen ist es manchmal notwendig vergangene Ereignisse hinter sich zu lassen. Zum Beispiel tiefe Enttäuschungen, Trennungen, der Tot von Familienangehörigen oder Freunden, schwere Erkrankungen oder Unfallerlebnisse. Suchen Sie sich professionelle Hilfe und den Beistand von guten Freunden, um die Vergangenheit zu bewältigen, damit der Weg in die Zukunft frei ist. So können Sie auch aktuelle Belastungen leichter tragen.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 43

Überprüfen Sie sich selbst: Können Sie so wie Sie zur Zeit arbeiten noch bis zum circa 67. Lebensjahr weiter arbeiten? Oder sollten Sie Ihren Arbeitsstil ändern, um Ihre dauerhafte Leistungsfähigkeit zu erhalten?

 

Burnoutprävention – Expertentipp 44

Kennen Sie die ursprüngliche Bedeutung des Wortes “Feier-Abend”? Genau, es hatte etwas mit Feiern am Abend zu tun. Falls Sie regelmäßig abends zu müde sind zum Feiern oder für andere schöne Angelegenheiten des Lebens, dann ändern Sie Ihr Arbeitsverhalten.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 45

Entwickeln Sie Achtsamkeit für sich selbst. Achten Sie nicht nur darauf, ob Sie funktionieren, sondern nehmen Sie wahr wie es Ihnen wirklich geht. Innere Unruhe, übertriebener Aktionismus und das Gefühl von getrieben sein können Ihnen zeigen, dass Sie besser für sich sorgen sollten. Funktionieren Sie noch oder leben Sie schon?

 

Burnoutprävention – Expertentipp 46

Übernehmen Sie Verantwortung, aber nur für Ihren Teil. Überforderungen entstehen häufig wenn man meint für fast alles zuständig und verantwortlich zu sein. Fragen Sie sich deshalb: Wo fängt meine Verantwortlichkeit an und wo hört Sie auf? Übernehmen Sie keine Verantwortung für das Handeln von anderen Menschen und begrenzen Sie ihre Verantwortungsbereitschaft. Das erleichtert Ihr Leben.

 

Burnoutprävention – Expertentipp 47

Setzen  Sie Grenzen! Zur Entlastung von überfordernden Situationen können Sie Grenzen setzen, um Ihre persönliche Belastung zu begrenzen. Wer zum Beispiel ständig erreichbar ist, lädt sich eine Belastung auf. Wer anderen Grenzen setzt, macht sich nicht immer Freunde. Er sorgt aber für seine dauerhafte Leistungsfähigkeit, da er sich nicht unnötig auspowerd.

 

Weitere Tipps:

Eine gute Lebensbalance, die eine lebenslange Leistungsfähigkeit ermöglicht und eine frühzeitige Erschöpfung verhindert, beginnt bei den eigenen Werten. Wer sich vergegenwärtigt, dass der Wert Gesundheit mindestens genau so wertvoll ist wie der Wert beruflicher Erfolg oder Beliebtheit bei anderen, hat den entscheidenden ersten Schritt getan, um sein Leben entsprechend zu organisieren. Stellen Sie täglich unter Beweis wie wichtig Ihnen ihre eigene Entspannung, gesunde Ernährung und Ausgleichsbewegung und Lebensfreude sind.

 

Gesunde Führung beginnt immer beim Chef selbst. Wenn es der Führungskraft nicht gut geht, ist sie nicht offen in der Wahrnehmung ihrer Mitarbeiter und deren Wohlbefinden. Der unter Druck stehende, selbst angeschlagene Chef bemerkt nicht oder interessiert sich nicht dafür, wenn Mitarbeiter dünnhäutiger werden, dauerhaft Stresssymptome zeigen etc.

 

Sich anderen zumuten. Um von anderen Anerkennung zu erhalten, passen wir uns an und versuchen es anderen recht zu machen. Das ist ein menschlicher Zug, der im gemeinschaftlichen Leben hilft mit einander auszukommen. Wer jedoch in Familie, Beruf und Freundschaften zu sehr versucht es immer wieder anderen recht zumachen, der läuft Gefahr emotional auszubrennen. Denn die Anerkennung von außen ist zerbrechlich und kann eine wirkliche Selbstannahme nicht ersetzen. Die Zuwendung von anderen kann zum Beispiel einfach verloren gehen, weil sich die Interessen des Gegenüber verändert haben und man ist für ihn nicht mehr so wichtig. Vor immer wieder kehrenden Enttäuschungen in beruflichen und privaten Beziehungen kann man sich schützen, indem man anderen Grenzen setzt und seine eigenen Bedürfnisse, Ideen und Wünsche einbringt. Wirkliche Wertschätzung erfährt man nur von Menschen, denen man sich mit seinen Wünschen etc. zumutet, und die sich dann nicht  abwenden oder einem den Krieg erklären.

 

Sorgen Sie für einen erholsamen Schlaf. Der Schlaf hat für uns Menschen schon immer die Bedeutung von Erholung, wir brauchen ihn um zu regenerieren. Dauerhafte Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen mindern unsere Leistungsfähigkeit deutlich. Deshalb hilft es einige Grundregeln zu beachten und ein entsprechendes Grundverständnis für den Schlaf zu entwicklen. Zum Schlafen hinlegen bedeutet relativ schutzlos zu sein. In unserem Hirn ist deshalb programmiert jede circa 90 Minuten die Tiefe des Schlafs zu verringern, um uns unserer Umgebung zu vergewissern. In einer solchen Phase erwachen viele gestresste Menschen gegen z.B. 4 Uhr morgens und können dann nicht mehr einschlafen. Dies können Sie verhindern indem Sie Atemübungen und andere Entspannungsmethoden erlernen, die Sie wieder einschlafen lassen. Unterstützend hilft auch: Kein Fernseher, Schreibtisch und andere Gegenstände im Schlafzimmer, die mit Anspannung verbunden werden.

 

Beruhigen Sie sich. Dass der Alltag gewöhnlich mit Stress verbunden ist, lässt sich nicht vermeiden. Für die Auswirkung auf die persönliche Gesundheit ist jedoch entscheidend, ob man das mentale und emotionale Stressempfinden und damit auch den körperlichen Cortisolspiegel zwischendurch wieder reguliert oder nicht. Beispiel: Eine Führungskraft hat einen stressigen Tag mit vielen Terminen, Zeitdruck und Dingen, die schief gehen. Deshalb entscheidet er sich auf die Pausen komplett zu verzichten. Sein Cortisolspiegel und damit die innere Anspannung ist am Abend extrem hoch und kann zu Schlafproblemen, Gereiztheit und Unausgeglichenheit führen. Ein vergleichbar gestresster Kollege, der schon am Vormittag Termine am Nachmittag absagt und einiges delegiert, kann sowohl seine Pausen einhalten als auch am Abend sein Bewegungstraining absolvieren. Er kommt relativ ausgeglichen nach Hause und freut sich auf die Familie.

 

Sorgen Sie gut für sich bevor es wieder niemand anders tut. Niemand außer Ihnen selbst weiß so gut was Ihnen  gut tut, was Sie brauchen um eine starke Belastung zu meistern, was Sie sich als Belohnung wünschen, was Sie schon längst wieder einmal gerne machen würden… Deshalb: Sorgen Sie dafür, daß es geschieht. Übernehmen Sie für sich selbst Verantwortung, nicht nur für Ihren Beruf und Ihre Familie.

 

Rund 55 Millionen Fehltage wurden 2014 wegen psychischer Belastung gezählt. In vielen Fällen führt emotionale Erschöpfung zu verminderter Leistungsfähigkeit oder Arbeitsausfall. Deshalb: Geben Sie dem Genießen, dem Spaßhaben, den Lustigkeiten Ihres Lebens mehr Zeit und Raum. Und akzeptieren Sie keine Ausreden. Dieser Lebensgenuß hat Vorrang, denn sonst können Sie auch nicht dauerhaft gute Leistung bringen.

 

Welche ursprüngliche Bedeutung hatte eigentlich einmal das Wort „Feier-abend“? Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten so, daß Sie nach getaner Arbeit noch feiern können bzw wollen. Das wäre ein gutes Anzeichen für eine Lebensbalance, in der neben der Berufstätigkeit und anderen Arbeiten auch das Feiern und Spaßhaben ausreichend Platz hat. Traurige Bilanz: 88 Prozent aller Deutschen kennen mittlerweile keinen klassischen Feierabend mehr. (Wirtschaftswoche, 26.5.12, Nr. 22, S.106)

 

Beenden Sie das Peter-Prinzip. Alle Mitarbeiter, Führungskräfte und Personalverantwortliche sind dazu aufgerufen, das Peter-Prinzip zu stoppen. Dieses Prinzip besagt, daß  Mitarbeiter und Chefs oft bis zu einer Stufe immer weiter Karriere machen, in der sie dann überfordert und für das Unternehmen weniger wirksam sind. Viele Führungskräfte werden immer noch wegen ihrer fachlichen Qualifikation befördert. In der Personalführung, Personal- und Organisationsentwicklung ihres Verantwortungsbereiches sind sie oft überfordert, was zu Erschöpfung, Burnout und dauerhafter Leistungsminderung führen kann. Hilfreich ist eine wirksame Personalauswahl und Förderung, so daß keine dauerhafte Überforderung für den einzelnen entsteht. 

 

Sprechen Sie auffällige Mitarbeiter an. Egal ob Kollege oder Chef: Reden Sie vertrauensvoll und einfühlsam fragend mit Mitarbeitern, die Ihnen in letzer Zeit auffallen durch ungewöhnlichen Rückzug, Unkonzentriertheit, Leistungsabfall bei vermehrten Arbeitszeiten. Auch plötzliche Schweißausbrüche, Schwindel und Zittern können Anzeichen dafür sein, daß der Kollege dauerhaft erschöpft und Burnout gefährdet ist. Unterstellen Sie ihm nichts, reden Sie mit ihm von Mensch zu Mensch und meinen Sie es gut mit ihm,

 

Akzeptieren Sie Krisen. Solange Sie eine Krise nicht wirklich akzeptieren, werden Sie viel Energie verbrauchen ohne wirklich weiter zu kommen. Krisen sind unangenehm, aber sie sind notwendig für die Weiterentwicklung. Nur wer die Krise (egal ob beruflich, gesundheitlich, familiär ) akzeptiert und etwas daraus lernt hat einen Nutzen daraus gezogen. Wer in der Krisenbewältigung stecken bleibt, weil er sich ihr nicht stellt und Verantwortung für seinen Anteil übernimmt, kann emotional erschöpfen. Akzeptanz unterstützt Resilienz.

 

Resilienz durch Selbstannahme: Sich selbst zu akzeptieren, noch besser sogar sich selbst zu schätzen oder gar zu lieben ist der beste Schutz gegen Burnout. Denn wer sich selbst und seine Bedürfnisse und Wünsche für wertvoll hält und danach handelt, wird sich selbst nicht ausbeuten und ausbeuten lassen. Die Selbstwertschätzung sorgt dafür, daß man auf sich selbst achtet und gut für sich sorgt. Ein gesundes Verhältnis von Geben und Nehmen ist die Folge und bewahrt vor emotionaler Erschöpfung.

 

Zielorientierung hilft bei der Vorbeugung von Burnout. Wer klare Ziele vor Augen hat und sich nicht übernimmt, beugt frühzeitiger Erschöpfung und Burnout vor. Wichtig ist, die Ziele abzustimmen und klare Prioritäten zu setzen. So sollten zum Beispiel persönliche Zielsetzungen zu Freizeitspass , Bewegung und Ernährung nicht gegenüber beruflichen Zielen permanent vernachlässig werden.

 

Lösungsorientierung hilft gegen Erschöpfung und beugt Burnout vor. Probleme haben alle Menschen mehr oder weniger. Das Erleben von  Anstrengung und Erschöpfung durch Problemsituationen ist jedoch wesentlich davon abhängig, ob ich mit dem Erfassen des Problems beginne nach einer Lösung zu suchen oder ob ich mich immer wieder auf das Problem konzentriere und damit sozusagen festbeiße.

 

Resilienz: Um die persönlichen Widerstandskräfte gegen Burnout zu stärken, hilft eine individuelle Lebensplanung. Dazu gehören bildhafte Vorstellungen wie man in Zukunft leben möchte, wie das eigene Leben aussehen könnte, wenn man alle Einschränkungen einmal beiseite lässt. Worauf möchten Sie stolz zurück schauen, wenn Sie im Alter Ihr gelebtes Leben betrachten? Mit einer attraktiven Lebensplanung lassen sich schwierige Situationen im Alltag leichter meistern und kosten weniger Kraft.

 

Gesundheitsförderliches Führungshalten wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit von Mitarbeitern aus. So kann der Chef bei seinen Mitarbeitern Burnout vorbeugen. Für Chef und Mitarbeiter ist dabei entscheidend über ausreichend Gestaltungsspielraum verfügen.

Untersuchungen (u.a. von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) zeigen, dass gesundheitsförderliche Führungskräfte sich dadurch auszeichnen, dass sie Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter übernehmen, Gesundheitsthemen aktiv kommunizieren und Mitarbeiter zur Gesundheitsförderung motivieren.